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Die Anfänge - "Austro-American Medical Society"
Im Mai 1879 kamen 23 amerikanische Ophthalmologen nach Wien, um beim damaligen Papst der Augenheilkunde, Prof. Dr. Ernst Fuchs, eine einjährige Ergänzung ihrer Fachausbildung zu absolvieren. Schon im Juni des gleichen Jahres gründeten diese Ärzte eine "Austro-American Medical Society".

Das Ziel dieser Gesellschaft war ursprünglich die Organisation von Ausbildungskursen bei Prof. Fuchs. Aber schon sehr bald danach, anfangs der 80er Jahre, folgten andere Universitätskliniken nach und das Kursangebot erweiterte sich um viele weitere medizinische Fachgebiete.
Enormes internationales Interesse an AMS-Kursen
1895 setzte Professor Julius von Wagner-Jauregg (Neurologe/Psychiater, Nobelpreisträger in Medizin) schließlich durch, dass die Kurse offiziell als Fortbildungskurse der Medizinischen Fakultät der Universität Wien angeboten wurden. Die Nachfrage der Gastärzte war enorm: Im ersten Jahr allein besuchten 372 ausländische Ärzte diese Kurse. Die organisatorischen Arbeiten wurden nach wie vor von der Austro-American Medical Society übernommen.
32.000 Kursbesuche in 44 Jahren
Ab 1904 unterhielt die AMS ein kleines Büro in Wien und organisierte postgraduelle Kurse an fast allen Kliniken zunächst für amerikanische, später auch für andere englischsprachige Ärzte. Diese Aktivitäten erfuhren eine Unterbrechung während des 1. Weltkrieges, wurden aber 1921 wieder aufgenommen. Insgesamt besuchten bis 1939 mehr als 32.000 Ärzte aus aller Welt kürzere oder längere postgraduelle Weiterbildungskurse an den Wienern Kliniken, die von der AMS vermittelt wurden.
Unterbrechung der Lehrtätigkeit während des Weltkrieges II
Während der Zeit des nationalsozialistischen Regimes existierten keine medizinischen Fachverbindungen zwischen Wien und den USA und erst nach dem Krieg, genau im Jahr 1952, konnte der Verein, jetzt unter dem Namen „American Medical Society of Vienna“ seine frühere Tätigkeit wieder aufnehmen und mit Unterstützung der Amerikanischen Botschaft wieder ein Kursbüro etablieren.
Die "Renaissance" der AMS
M. Arthur Kline, der nach dem zweiten Weltkrieg Botschaftsarzt der Amerikanischen Botschaft in Wien war, hat die A.M.S. 1953 unter Beteiligung bekannter Wiener Mediziner, wie Finsterer und Chiari, in Form eines privaten Vereins auf dem Fortbildungssektor etabliert. Das traditionsreiche erste Büro war vis-á-vis vom Landesgericht, in einem sehr gut gelegenen Ecklokal. Arthur Kline, der in dieser Vereinigung die Funktion eines „Executive Secretary“ einnahm, vermittelte viele seiner amerikanischen Kollegen zu Studienaufenthalten nach Wien. Er griff dabei auf die schon früher bestehende Verbindung zur American Medical Society zurück, denn die präzisere Bezeichnung der Wiener Organisation war eigentlich "American Society of Vienna". Er organisierte Studienaufenthalte, welche von mehrtägigen Kurzsymposia bis wochen- ja monatelangen Ausbildungen an der Wiener Fakultät reichten, für die er Certificates bzw. die Fellowship seiner Organisation verlieh.
Schwerpunkt asiatischer Raum
Dr. Kline hatte 1963 Prof .Dr. Karl Fellinger als Präsidenten für die AMS gewonnen. Unter seiner Leitung wurde die II. Medizinische Universitätsklinik in den 60er und 70er Jahren zu einem Therapiezentrum für arabische Potentaten und Staatsmänner aus Süd- und Ostasien. Dementsprechend entwickelte sich die Wiener Medizinische Fakultät in diesen Jahren zu einem Mekka für die Postgraduelle Ausbildung aus dieser Region, aber auch aus anderen Kontinenten.
Die Installierung der Diploma-Lehrgänge
Einige Länder der Dritten Welt anerkannten Ausbildungen an den Wiener Kliniken auch als Teil der Facharztausbildung. Es gab jedoch rechtliche Probleme mit der Verwendung von Insignien der Universität Wien, die durch einen privaten Verein, welcher ja die AMS darstellte, verliehen wurden.
Deshalb entschloss sich das zuständige Österreichische Ministerium im Jahre 1983, durch die Errichtung eines Hochschullehrganges gesetzeskonforme Unterrichtsformen und vor allem eine Qualifikation in Form des so genannten "Diplomas" für den postgraduellen Universitätskurs für ausländische Ärzte einzuführen. Formal erfolgte die Betreuung durch eine Kommission der Medizinischen Fakultät, die jedoch stark auf die administrative Unterstützung der AMS angewiesen war.
Das Ende der Hochschulkurse für ausländische Ärtze
In einer Mitteilung im Jahr 1988 schreibt Dr. Kline, dass bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt – seit 1879 – mehr als 65.000 ausländische Ärzte über Vermittlung der AMS an den Wiener Kliniken weitergebildet worden waren. Die Kurse für ausländische ÄrztInnen wurden per 1. Juli, 2000 gestoppt, mit der Absicht sie zu reformieren.
Der Universitätslehrgang für Medizinische Führungskräfte
Ende der achtziger Jahre erweiterte die AMS ihr Tätigkeitsspektrum auch auf inländische Ärzte, und unter diversen Kursen etablierte sich das sog. Führungskräftetraining – ein umfassender Hochschullehrgang, der es Kollegen, die leitende Positionen anstrebten, ermöglichte, bei Bewerbung zum Primariat eine diesbezügliche Ausbildung vorzuweisen.
Die Austrian Medical Society
Als Arthur Kline 1990 starb, wurde die A.M.S. schon lange nicht mehr von amerikanischen, sondern beinahe ausschließlich von Ärzten aus anderen Kontinenten in Anspruch genommen.
In Anerkennung dieser Tatsache wurde unter der Präsidentschaft von Otto Mayrhofer der Verein "American Medical Society" am 6.6.1994 in "Austrian Medical Society" umbenannt. Das Vereinslokal befand sich nun an einer Ecke der Lazarettgasse, schräg vis-á-vis vom Aufgang zum Neuen AKH in einem Stiftungshaus der Wiener Universität. Nach dem Rücktritt Prof. Mayrhofers folgte 1998 Prof.Dr. Franz Lackner als Präsident nach.
Das HEUTE
Seit dem Jahr 2000 steht Univ.Prof.Dr. Alfons Hammerle der A.M.S. als Präsident vor. Unter seiner Leitung kommt es zur Reform des Universitätslehrgangs für Medizinische Führungskräfte, dessen Lehrgangsleiter er ist und zur neuen Präsentation der A.M.S. als AMESO nach außen.
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